Viele Wege führen zum Ziel Wandern macht glücklich

Wer in den Vorarlberger Bergen unterwegs ist, erlebt das Land von seiner ursprünglichsten Seite. Viele Vorarlberger Kulturformen unterscheiden sich vom übrigen Österreich. Geprägt wurden diese vor allem auch durch eine erstaunliche Landschaftsvielfalt, die Vorarlberg trotz einer Fläche von nur 2.600 km2 aufweist. Vom Bodensee auf 396 m Meereshöhe bis zum 3.312 m hohen Piz Buin sind auf einer Nord-Süd-Distanz von etwa 80 km praktisch alle wichtigen alpinen geologischen Formationen anzutreffen.

Text Hertha Glück | Eva Engel FOTOS Hertha Glück | Popp Hackner | Dietmar Denger | hiepler, brunier Illustration Dennis de Jonge

Rund um das Rickatschwende F. X. Mayr Health Retreat finden sich zahlreiche
Wanderwege, traumhafte Ausblicke, ruhige und abgeschiedene Orte mitten in der Natur. Die geführten Gästewanderungen zählen so auch seit Jahrzehnten zu den wöchentlichen Highlights während der Kur. Wandern fördert unsere körperliche Fitness. Es verbessert den Stoffwechsel, stärkt das Immunsystem, fördert die Muskelkraft und ist ein hervorragendes Mittel zur Gewichtsreduktion. Zudem hat es einen positiven Einfluss auf das allgemeine Wohlbefinden und unsere Psyche.

Autorin Hertha Glück wandert seit ihrer Kindheit. Für uns hat sie eine besonders schöne Wanderung für leicht Fortgeschrittene, in zwei unterschiedlich langen Etappen, rund um die Rickatschwende recherchiert. Zum Nachwandern wärmstens empfohlen – auch ihre Antworten auf unsere Fragen, warum uns das Wandern so glücklich macht.

Liebe Hertha, macht Wandern glücklich?
Ich finde schon, weil für mich Wandern eine andere Art zu denken und loszulassen ist. Schwere Gedanken bleiben am Wegesrand zurück, leichte füllen den Geist und beseelen den Körper. Zudem hilft die Natur dem Menschen, sie vermittelt einfach eine natürliche Freiheit des Seins.

Wie bist du zum Wandern und zum Berichten darüber gekommen?
Mein Vater, ein uriger Walser, hat mir den Genuss des Wanderns gezeigt. Für mich war es als Kind etwas Besonderes, wenn ich mit meinem Vater ins Gebirge gehen durfte. Ohne Zeigefinger hat er mich auf die Schönheiten der Natur aufmerksam gemacht, manch lustige Geschichte über die Wildtiere erzählt. Zudem habe ich dann im Gasthaus eine Limo und einen Kuchen bekommen. Daheim haben wir dann der ganzen Familie von unserer Wanderung erzählt, mit glänzenden Augen auf die nächste Tour blickend.

Im Auftrag der Tyrolia Airlines durfte ich mit meinem Lebensgefährten Gerhard Vylet gemeinsam mein erstes Wanderbuch verfassen. Anschließend haben wir ein eigenes Wanderbuch herausgegeben. Im Rahmen dieser Veröffentlichungen hat mich die damalige Chefredakteurin Heidrun Joachim für die NEUE Vorarlberger Tageszeitung interviewt und nebenbei habe ich vorgeschlagen: Ich könnte doch für die NEUE Vorarlberger Tageszeitung Wandertipps schreiben.

 

Hertha Glück

Wie viele Wanderungen hast du bereits in Form von Wanderbeschreibungen dokumentiert?
Mit heute sind es 354 innerhalb von acht Jahren. Einfach wundervoll, dass ich wandern, schreiben und genießen darf – es ist sehr berührend für mich, dass sich so viele Menschen für meine Touren begeistern.

Was macht die Wanderung rund um die Rickatschwende so besonders?
Die Rickatschwende liegt so schön ruhig und in sich gekehrt zwischen Berg und Tal auf
einer stattlichen Anhöhe. Wege führen von der Rickatschwende nach oben ins Feriendorf
Bödele, nach links über den Hang in den Wald, gegenüber zum geschichtsträchtigen Hohlweg nach Ammenegg und nach unten direkt nach Dornbirn. Die Rickatschwende ist eine Oase der naturbelassenen Natur und vermittelt zugleich ein Gefühl von Weite und Offenheit. Also ein ausgewogenes Gleichgewicht von Einkehr in den umliegenden Kapellen, von Eintauchen ins Europaschutzgebiet Fohramoos und von gehbarem Entschleunigen. Ein wahres Geschenk für sich selbst. Jeder Gast des
Gesundheitszentrums Rickatschwende kann selbst wählen, wie weit und wie lange er gehen möchte – ohne Angst vor einem zu langen Rückweg; der kann auf Wunsch auch mit dem Bus über die Bödelestraße zurückgelegt werden. Durch die schöne Lage, die wie ein Adlerhorst oberhalb von Dornbirn anmutet, bieten die Ausblicke auch ein Wandern mit den Augen, Gelassenheit übend.

Welche Tipps hast du für Menschen, die nicht regelmäßig wandern? Worauf sollte man achten? Was sollte man immer mit dabei haben?
Ganz zu Beginn des Wandern-Wollens würde ich eher aufwärts statt abwärts gehen, da es knieschonender ist, aber nicht nur flach wandern. Eher mit einer halben Stunde beginnen und jeden zweiten Tag ein wenig steigern. Sich schon herausfordern, aber mit Wohlgefühl, mit persönlichem Respekt bezüglich der Energie. Ich finde eine Belohnung, wie z. B. länger auf der Bank sitzen und mich selbst loben, motivierend. Es soll einfach auch Freude und Spaß machen. Darauf achte ich gerne, auch bei den Menschen, die mich auf meinen Wanderungen begleiten: gute Wanderschuhe mit Profilsohle, bequeme Kleidung, Kopfbe-
deckung, Schlechtwetter-Kleidung, eventuell Wanderstöcke; im Rucksack eine gefüllte Trinkflasche, gesunde Jause, aufgeladenes Handy und natürlich eine Sitzunterlage – ganz wichtig!

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